Wie facettenreich und professionell unsere österreichische Medienlandschaft arbeitet, konnten die zwanzig Schüler der 1aHET erfahren.
Über das ganze…
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Vom 18. bis 22. Mai trat die Klasse 3bHET der HTL Anichstraße eine Exkursion gemeinsam mit den Prof. Standún und Spildenner nach Italien an, bei der…
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Am Mittwoch, den 6. Mai tauschten die Klassen 2aHEL und 2bHEL den Unterricht gegen die bayerische Metropole München.
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Sie…
13. bis 17. April 2026. Eine Woche voller Eindrücke, neuer Perspektiven und gemeinsamer Erlebnisse liegt hinter uns: Die Schüler:innen der beiden 3.…
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Auszug aus der Tiroler Tageszeitung vom 12.02.2023
Innsbruck, Schmirn – Eigentlich sind sie ja gerade mitten im Maturastress. Für eine Erklärung ihrer Erfindung finden Patrick Jenewein und Marcel Maffey aber Zeit, um in den LVS-Trainingspark ins Schmirntal zu kommen. Da stehen wir nun. Mitten im Tiefschnee. Die beiden HTL-Maturanten halten ihre Erfindung in den Händen – es ist eine Art intelligente Lawinensonde. Diese haben sie im Zuge ihrer Diplomarbeit ausgekopft und entwickelt – inklusive einer App, die sie selbst programmiert haben.
Auf den ersten Blick schaut alles wie eine handelsübliche Sonde aus, bei näherer Betrachtung ist „Avalano“ aber mit technischem Know-how ergänzt und damit weit mehr: „Mit unserer Sonde kann man anhand von mehreren Temperaturmessringen die Temperaturen über die gesamte Schneedecke messen. Die Daten werden dann an die App gesendet, die den Temperaturverlauf über eine Schneedecke in Form eines Diagrammes zeigt“, erklärt Patrick, der auch privat als Tourengeher im Gelände unterwegs ist.
„Ich gehe selber gerne Skitouren. Unsere Idee soll die Einschätzung der Sicherheitslage verbessern.”
Mit ihrer Idee würden sich vor allem für Profis einige Arbeitsschritte bei der Einschätzung von Schneedecken erleichtern bzw. verkürzen: „Avalano kann die Zeit, die benötigt wird, um den Temperaturverlauf einer Schneedecke von zwei bis drei Metern zu bestimmen, maßgeblich verkürzen und auch die Qualität der Analyse verbessern“, erklärt das Erfinder-Duo. Gleichzeitig könne die Hightech-Sonde auch zusätzlich wie herkömmliche Sonden für die Verschüttetensuche verwendet werden. „Avalano“ ist quasi zwei in eins.
Es waren viele Stunden und auch Rückschläge gepaart mit neuen Anläufen, die die jungen Techniker gebraucht haben, um jetzt den Prototypen in Händen halten zu können: „Wir haben viel getestet und ausprobiert. Wir wollen auch noch einiges verbessern, verkleinern und vom Messgerät handlicher machen, aber vom Prinzip her funktioniert unsere Sonde“, erklärt Marcel. Mit ihrer Idee haben der Matreier und der Innsbrucker bereits beim Ideencasting der Tirol Werbung und der WK Tirol gewonnen. Sie werden mit ihrer Start-up-Idee jetzt auch gecoacht. Die jungen Erwachsenen hoffen, dass sie mit ihrer elektronischen Sonde in den nächsten Jahren auch eine Marktreife entwickeln können.
Als Prio-Patent angemeldet, wollen sie die Idee ausbauen. Ihr Traum wäre, dass die Sonde in Zukunft zur Standardausrüstung von jedem Tourengeher und jeder Lawinenkommission wird und somit für ein Mehr an Sicherheit im freien Gelände sorgt.
Profis wie Patrick Nairz von der Lawinenkommission Tirol kennen das Projekt des Duos bereits: „Für Lawinenkommissionen könnte diese technisch ausgestattete Sonde sicherlich interessant sein, weil sie Arbeitsschritte erleichtert und verkürzt. Die beiden haben da eine richtig spannende Sache entwickelt“, sagt Nairz auf TT-Anfrage dazu. Der Temperatur-Sensor sei eine gute Idee. Nicht nur für die Arbeit mit Schneedecken-Modellen wäre das praktisch.
Dass damit für Laien den ganzen Winter über eine Risikoeinschätzung ohne Schneedeckenprofil leichter möglich sein werde, sieht er beim derzeitigen Modell noch weniger. Kann ich den Hang fahren oder nicht? – Diese Frage könnte man am ehesten bei Situationen im Frühjahr beantworten. Das ist jene Zeit, wo die Durchfeuchtung und die nächtliche Abstrahlung zum primär lawinenbildenden Faktor werden. Da geht es viel um Temperaturreserven, nicht zuletzt weil Schnee schmilzt, sobald er auf null Grad Celsius erwärmt wurde. Folgen die ersten warmen Frühlingstage, kommt es zu ersten „Nassschneeproblemen“. Die so genannte Isothermie sorgt für Schwachstellen im Schnee und erhöht das Risiko: „Der Tourengeher muss Avalano nur in die Schneedecke stecken, misst damit den Temperaturverlauf und kann eventuelle Schwachstellen, etwa eine Isothermie, schneller und sicher bestimmen“, sagt Patrick.
Noch ist es aber nicht so weit, dass ihre Erndung für den Markt tauglich ist. Die Maturanten knien sich aber weiterhin voll ins Zeug und glauben fest an ihre Erfindung. Ob es schon Interesse von Firmen dafür gibt? – In der Tourengeher-Szene würden schon einige davon gehört haben, für Zusammenarbeiten mit Firmen sei man offen, „momentan aber wollen wir unabhängig bleiben und selber an unserem Projekt weitertüfteln und ausprobieren“, sagen die angehenden Wirtschaftsingenieure.
Neue Erfindungen für Sicherheitsausrüstungen am Berg seien gut und wichtig, sagt auch Nairz. Auch die Prognosen von Lawinen-Experten seien heute viel treffsicherer als noch vor zwanzig Jahren. Trotzdem: Das Auseinandersetzen mit den zur Verfügung stehenden Infos der Lawinenwarndienste dürfe man sich als Sportler, der im Gelände sein will, nicht sparen. Man könne es nicht oft genug sagen, so Nairz: „Informiert euch gut, bevor ihr unterwegs seid.“
Liane Pircher, Tiroler Tageszeitung